Was tut man nicht alles, um seinem Angebeteten ein wenig näher zu sein . . . am Donnerstag hat es mich mal wieder nach Berlin verschlagen – mein Bärchen besuchen. Weil diesmal nur der Güterverkehr bestreikt wurde, gab es auch keine Reiseprobleme – ganz im Gegenteil: wie auf Wolken glitt ich im ICE durch die deutsche (Herbst-)Landschaft und war binnen einer Stunde und zehn Minuten in der Hauptstadt. Vom Bahnhof ging es mit dem Auto schnell nach Hause ins Warme. Als Frau eines berufstätigen Mannes sitzt man den Freitag allerdings alleine zu Hause … und das ganze 10 (in Worten: ZEHN) Stunden – Mist, wenn so viel zu tun ist und der Abgabetermin immer näher rückt. Entsprechend hat es uns heute auch ins Fraunhofer getrieben: Steffen ist lustig am Programmieren, während ich neben ihm sitze, neue Blogeinträge verfasse, StudiVZ unsicher mache sowie Kaffee trinke und Kuchen mümmele *leggor* Sicherlich könnte ich auch etwas Sinnvolleres anstellen: es wartet noch ein Haufen mit Arbeit – immernoch zum Basteln des (neuen) Magisterarbeitsthemas (mein erstes war nicht realisierbar) – viel zu lesen, zu exzerpieren, in Exposé-Form zu bringen … und einen Zeitplan soll ich auch schon erstellen (Anweisung vom lieben Heiko) – als würde ich jetzt bereits erahnen können, wie viel Zeit mich die einzelnen Arbeitsschritte kosten werden *grrrr*. Werde jetzt in methodischeren Gefilden wandeln, ein bissel (Wahrnehmungs-)Psychologie ist auch dabei. Für alle, die`s interessiert: Es geht um die Erhebung von subjektiven Entdeckungswahrscheinlichkeiten (bspw. wie groß ein Individuum die Wahrscheinlichkeit einschätzt, beim Schwarzfahren in ÖPNV-Mitteln erwischt zu werden), speziell um die Unterschiede zwischen frequentistischer (absolute Häufigkeiten) und probabilistischer (Prozentsatz) Abfrage zu ermitteln. Für die statistische Überprüfung kann ich sogar einen schon bestehenden (aber noch jungfräulichen) Datensatz nutzen. Für außenstehende sicherlich unwahrscheinlich spannend
Für mich als Soziologin allemal! Wir werden sehen, was daraus wird – ich muss mich halt wirklich ranhalten und mein Thema und den ganzen Rest (s.o.) formulieren, damit ich eine Unterschrift von meinem betreuenden Prof krieg … und das zwingend bis Ende November.
Ansonsten bin ich fleißig dabei meine Schäfchen zu quälen … nein, zu meinen Bachelor-Erstis bin ich gaaanz nett. Die Tutoriumssitzungen liefen bis jetzt ganz gut – die Mitarbeit lässt zwar zu wünschen übrig, aber die aufgetragenen Hausaufgaben werden vom Großteil erledigt – wer nicht spuren will, kriegt Strafaufgaben
Es ist interessant einen Einblick ins Studienleben aus der Perspektive eines Lehrenden zu erhalten – Gott, was können so kleine Studis nervig sein bzw. auch einfach nur uninformiert. Da hat man wirklich Mitleid, wenn man seinen eigenen Prof dann einen Tag später vorne stehen sieht und er vergebens versucht gegen eine raunende Menschenmenge anzukommen … im gleichen Raum, in dem man gestern noch selber vor kleinen Studis lehren durfte, vor der gleichen Tafel, an der man gestern noch die selbst erarbeiteten Tafelbilder präsentierte, am gleichen Tisch, auf dem gestern noch die eigenen Unterlagen ruhten. Das schlimmste ist allerdings der Lärmpegel – fragt mich nicht, über was sich da ausgetauscht wird, aber es scheint wahnsinnig wichtig zu sein, als dass es keine 90 Minuten warten könnte. Schon nach einer halben Stunde merke ich, wie meine Kehle austrocknet – jetzt etwas zu trinken, wäre jedoch lebensmüde … immerhin würde ich so mein Redevorrecht auf- und damit dem Mob die verbale Kontrolle übergeben. Wenigstens merke ich durch diesen kleinen pädagogischen Ausflug, dass meine Entscheidung NICHT Lehrer o.ä. zu werden, überaus gerechtfertigt und wohl überlegt war … ich habe einfach nicht ausreichend Geduld, um einem „Schüler“ zum 20. Mal zu erklären, wie was funzt, wann welche Aufgabe abgegeben werden muss oder wo welche Informationen zu finden sind.
Was sagt das Studienleben sonst so? Nicht viel; mehr als meine vier Wände sehe ich in einer durchschnittlichen Woche nicht. Ich hüpfe zum einen oder anderen Seminar, bereite das Tutorium vor, bemühe mich auch fleißig an der MA-Ausarbeitung zu sitzen und darüber hinaus gehe ich alle zwei Stunden auf die Internetseite, über die wir unsere Noten abrufen können und hoffe auf ein Ergebnis für meine schriftliche Abschlussprüfung in Journalistik … wie gut, dass diese Hoffnung seit mittlerweile zwei Monaten täglich mehrmals enttäuscht wird
Apropos aufregen … das ist bezüglich meiner Mitbewohnerin eh zum Standard geworden. Sie wohnt nun seit sieben Wochen bei mir und hat ihre Putzfinger noch nicht einmal gerührt, die Türen fliegen ständig krachend zu, denn Klinken gibt es nicht, zumindest werden sie beim Türen schließen tunlichst ignoriert … ich werde die Liste ihrer nervigen Angewohnheiten hier mal abschließen, sonst krieg ich nen Schreibkrampf bzw. ihr noch Knoten in die Augen, da der Text hier immer länger wird … gutes Stichwort, da hab ich mir quasi selbst einen Fluchtweg verschafft *höhö*
Also ihr Lieben, gehabt euch wohl und bis zum nächsten Eintrag!
P.S.: Bei uns in Börlinn hat`s heut geschneit ![]()